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Meinhard Miegel: Die deformierte Gesellschaft

Nicht erst die letzten Jahre der Regierung Kohl, sondern auch die vergangenen 12 Monate der Regierung Schröder zeigen, dass deutsche Politiker nicht bereit sind, Strukturen zu verändern, die nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Sie sind auch deshalb nicht bereit, weil sie bei ihren Wählern den gleichen Unwillen zu aktiven Veränderungen vermuten. So verharrt – wider besseres Wissen – dieses Land in Untätigkeit und steigt unaufhaltsam ab in der Liga der westlichen Nationen. Kommen zu diesem Abstieg noch die gravierenden Auswirkungen des Bevölkerungsrückganges ab 2010 hinzu, so staut sich ein kaum zu beherrschendes Problempotenzial auf.

Meinhard Miegel beschreibt schonungslos die gegenwärtigen Missstände. Er zeigt, dass die Fehlentwicklungen von uns selbst verursacht sind. Besonders in der Sozialpolitik und ihren vermeintlichen Segnungen liegen Aufwand und Ertrag extrem auseinander, dabei wird dieses Missverhältnis von allen Parteien kunstvoll verschleiert.

Miegel beschreibt nicht nur die Fehler der Politiker, die jene Ziele missachten, die sie versprechen erreichen zu wollen. In einem Ausblick auf 2020 und darüber hinaus erläutert er die daraus erwachsenden Folgen für die gesamte Gesellschaft. Die extrem hohe Staatsverschuldung muss nämlich von immer weniger und gleichzeitig immer älteren Deutschen in der Zukunft getilgt werden. Dies – verbunden mit den völlig anderen Bedürfnissen der Gesellschaft ab 2010 – kann nur gelingen, wenn der Umbau aller Finanzsysteme sofort beginnt.

Vielleicht hilft Miegels Buch, unseren Politikern die Augen zu öffnen. Dem gut geschriebenen Buch ist große Verbreitung zu wünschen.

letzte Aktualisierung: 04.09.2017