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Horst Siebert: Der Kobra-Effekt

Was passiert eigentlich, wenn eine ganze Volkswirtschaft verfehlten Vorstellungen folgt? Dieser provokanten Frage geht Prof. Dr. Dr. h.c. Horst Siebert, einer der „Fünf Weisen“ des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, in seinem Buch „Der Kobra-Effekt“ auf leicht verständliche Weise auf den Grund.

Anhand einprägsamer und einleuchtender Anekdoten erläutert der Autor in dem knapp 300 Seiten starken Werk die „ordnungspolitischen Schieflagen“ in unserer Republik und legt Ansatzpunkte für eine Neuorientierung vor. Der Kobra-Effekt selbst ist eine dieser Anekdoten: Um einer herrschenden Kobra-Plage Herr zu werden, setzte die englischen Kolonialverwaltung in Indien eine Prämie pro abgelieferten Schlangen- Kopf aus. Wie reagierten die Inder? Sie züchteten die Schlangen, um die Prämie zu kassieren. Ein symptomatisches Beispiel für eine verfehlte Anreizpolitik, wie man sie auch heute allenthalben findet – bei Steuern, Krankenversicherung, Arbeitslosenunterstützung oder Sozialhilfe. Meist greifen die Überlegungen zu kurz, versucht die Politik Symptome zu kurieren, ohne die langfristigen Konsequenzen abzuwägen. So wird der angeschlagene Konzern Holzmann in einer spektakulären Aktion vom Kanzler persönlich gerettet, heute, knapp drei Jahre später, meldet er endgültig Konkurs an.

Zugegeben, Sieberts Forderung nach mehr Markt und weniger Staat ist nicht wirklich neu – auch er selbst hat sie schon vielfach gestellt. Aber noch nie kam sie in einer so unterhaltsamen und selbst für Laien verständlichen Form daher.

letzte Aktualisierung: 04.09.2017